Mediationsbereiche
Familienmediation hat sich mittlerweile als vernünftiges alternatives Konfliktmanagementverfahren zur rein juristischen Trennungs- und Scheidungsabwicklung etabliert. Besonders angenehm empfinden die betroffenen Medianten die Überschaubarkeit der Kosten und die Vermeidung von gerichtlichen Vorgängen. Darüber hinaus lassen sich im Verfahren der Mediation die Konflikte in einem wesentlich kürzeren Zeitrahmen bearbeiten, da alle Beteiligten die Termingestaltung selber übernehmen.
Die Kosten- und Zeitfrage ist jedoch nicht allein entscheidend. Insbesondere Paare, denen trotz Trennung eine tragfähige Elternbeziehung zum Wohle ihrer Kinder am Herzen liegt und die ihre Energien hierauf verwenden wollen, statt sich einen ‚Rosenkrieg’ zu liefern, entscheiden sich häufig für ein Mediationsverfahren. Unsere langjährige Erfahrung als Mediatoren zeigt, wie wichtig es für Eltern und Paare ist, von den starren Modellen und Vorgaben der Rechtsprechung abzuweichen und eigene Kinderbetreuungs– und Berufsausübungskonzepte im Rahmen des Konfliktmanagements Mediation zu entwickeln, die an die individuelle Lebenssituation angepasst sind.
Das durch die Haltung des Mediators und die Struktur der Mediation auf Konsens gerichtete, rein lösungsorientierte Verfahren eignet sich auch für Paar– und Elternkonflikte, wenn es um die Erhaltung und Verbesserung der Beziehungen untereinander geht.
Schließlich hat sich Mediation bei Erbschaftsauseinandersetzungen und Nachfolgeregelungen bewährt. So bleiben über Generationen gewachsene, familiäre Bindungen und Vermögenswerte erhalten, statt durch einseitige materielle und emotionale Interessenverfolgung gefährdet zu werden.
Im besonderen Maße kann Mediation im Falle von nachbarschaftlichen Konflikten ziel- und lösungsorientiert arbeiten. Dies sind häufige und typische Einsatzbereiche der Konfliktbewältigung durch Mediation. Hierbei führt der Mediator die Medianten über die Themen ihrer Konflikte zu den tiefer liegenden Bedürfnissen und damit zu nachhaltigen und belastbaren Lösungen.
Teammediation im Firmen- und Behördenumfeld bezeichnet die Anwendung der Mediation im Rahmen wirtschaftlich motivierter Konflikte. Mögliche weitere Anwendungsfelder dieser Mediationsform sind sowohl inner- als auch zwischenbetriebliche Konflikte, beispielsweise Mobbing-Probleme oder Zahlungsstreitigkeiten.
In der Teammediation wird wie bei anderen Formen der Mediation meist einem 5-Phasen-Modell gefolgt: Auftragsklärung, Themensammlung, Positionen und Interessen, Sammeln und Bewerten von Lösungsoptionen sowie Abschlussvereinbarung.
Für einen möglichst effizienten und reibungslosen Ablauf kann die Teammediation als Konfliktmanagementverfahren auch begleitend bei großen Projekten im Rahmen von Strukturveränderungen z.B. im Landschaftsbau, Straßenbau oder Stadtplanung sowie Change-Management-Prozessen eingesetzt werden.
Hier setzen sich die Teilnehmenden mit für altersrelevante Fragen sensibilisierten MediatorInnen zusammen, die sie dahingehend unterstützen, im Gespräch Lösungen oder Vorgehensweisen zu erarbeiten, die präventiv künftigen Auseinandersetzungen bezüglich verschiedenster Themen vorbeugen können oder auch im Konfliktfall nachhaltige Lösungen zu finden.
Zu diesen Konfliktfeldern gehören Fragen von Gesundheit und Pflege, Finanzen, Wohnsituation, Missbrauch im Alter, vormundschaftliche Maßnahmen, Grundbesitz, unternehmerische Übergangsregelungen, Veränderungen in Beziehungen mit Familie und Umwelt, Veränderungs- und Anpassungsprozesse durch Aufgeben der Berufstätigkeit – Übergang in die nachberufliche Phase, Umgang mit Verlusten z.B. von Menschen, der vertrauten Umgebung und schließlich auch die Auseinandersetzung mit körperlichen Einschränkungen, Krankheit und Tod und die damit zusammenhängenden Entscheidungen.
Kurzzeitmediation
Die Kurzzeitmediation ist keine Mediation „light“ sondern eine verdichtete Form des Konfliktmanagements, die bei klar benannten Themen in max. zwei zeitlich begrenzten Sitzungen diese mit allen Elementen der Mediation bearbeitet. Der Mediator strukturiert dabei sehr stark, bereitet gründlich vor und führt ein straffes Zeitmanagement.
Sie ist geeignet für überschaubare, begrenzte Konflikte und für Konflikte, die kurzfristig gelöst werden müssen bei nur begrenzt zur Verfügung stehender Zeit und Ressourcen. Mediator bestärkt die Medianten die Sitzungen aktiv und lösungsorientiert zu gestalten.
Einzelmediation
Es stellt sich hierbei die Frage, ob eine mediative Bearbeitung eines Konflikts, bei der eine wichtige Konfliktpartei nicht physisch anwesend ist, überhaupt möglich ist und noch Mediation genannt werden kann. Es ist jedoch durchaus üblich im Rahmen von Mediationen phasenweise nur mit einer Partei zu arbeiten, beispielsweise in Einzelgesprächen.
Häufig bleiben Konflikte unbearbeitet und ungelöst, weil nicht alle beteiligten Konfliktparteien, sondern nur eine Konfliktpartei zu einer Mediation bereit ist. Erfahrungen zeigen, dass Mediation auch möglich ist, mit nur einer anwesender Konfliktpartei.
Diese Form der Mediation verlangt die Fähigkeit, sowohl sich selbst als auch der abwesenden Konfliktpartei, Einfühlung und Raum zu geben, die Perspektive des anderen Konfliktpartners einzubeziehen.
Die Mediation wird abgeschlossen durch eine Vereinbarung der anwesenden Konfliktpartei mit sich selbst, in der sie bestimmt, wie sie mit dem Konflikt künftig umgehen will.
Wirtschaftsmediation in Unternehmen
Begleitung von Arbeitsteams in Konflikten
Mediation in der Nachfolge von Familienunternehmen
Supervision für Mediatoren